Die Uhrenstadt Biel

10 Feb 10:00 am

Bekannte Marken wie Rolex, Omega, Swatch und Mido machen Biel zur weltweit bedeutendsten Uhrenstadt. Aber auch weitere große Uhrenhersteller, darunter Maurice Lacroix und Swiss Army Watch sowie kleine und mittlere Produzenten haben in Biel ihren Sitz. Dank der räumlichen Nähe zu den Produzenten sitzen in Biel außerdem der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie sowie die Kontrollstelle für Chronometer.

Bis zur großen Krise in den 1970er Jahren war die Uhrenindustrie der seit dem 19. Jahrhundert dominante Wirtschaftszweig in Biel. Mit dieser Krise wandelte sich Biel langsam aber sicher von einer reinen Industriestadt auch zu einem Zentrum für Dienstleistungen. Weil Biel, im Kanton Bern gelegen, zuvor zwei Jahrzehnte lang die einzige Industriestadt in der Region war, wurde diese Kommune auch stärker als andere Städte der Schweiz von der Krise getroffen. Mittlerweile arbeiten nur noch 35 der Beschäftigten in der Industrie. Doch nach wie vor ist Biel das Herz der Uhrenindustrie in der Schweiz. Denn wichtige Uhrenstädte wie Le Locle, La Chaux-de-Fonds und Grenchen sind nicht allzu weit entfernt.

Die Uhrenstadt Biel liegt im bernischen Seenland und gilt als größte zweisprachige Stadt der Schweiz. Nur hier ist es verpflichtend, dass alle Dokumente sowohl auf Deutsch als auch Französisch ausgestellt werden. Auch sonst zeichnet sich die Uhrenstadt durch einige Kuriositäten aus.

So wird beispielsweise das Nikolausfest seit dem 18. Jahrhundert am zweiten Dienstag im Dezember gefeiert. Der heilige Mann besucht die Bieler Kinder also etwa eine Woche später als alle anderen Kinder in der Schweiz. Warum diese Tradition überhaupt eingeführt wurde, verliert sich im Dunkel der Geschichte. Eine Legende dazu besagt, dass der Bischof von Basel nicht beide Städte am gleichen Tag besuchen konnte, um die Armen zu beschenken, weshalb in Biel der Feiertag verschoben wurde.

Zahlreiche Häuser in der Altstadt sind auf Pfählen direkt auf dem Wasser gebaut worden. Der Grund: Im Mittelalter benötigten die Gerber das Wasser für ihre Arbeit. Später wurden die Wasserflächen überbaut und verschwanden im Untergrund der Stadt.

Bildquelle: Paul-Georg Meister/ Pixelio

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