Swatch: eine Uhr rettet die Industrie

05 Nov 12:50 pm

Die heutigen Tigerstaaten im Fernen Osten haben in den 1970er Jahren vielen europäischen Konzernen das Leben schwer gemacht. Sie produzierten Elektrogeräte, aber auch Uhren und warfen sie bedeutend günstiger auf den Markt. Nachdem sich nach einigen Anfangsschwierigkeiten auch die für den Preis gebotene Qualität drastisch verbesserte, bedeutete das für viele Traditionshersteller entweder das Aus oder eine komplette Neuausrichtung des Unternehmens. Auch die Schweizer Uhrenindustrie litt massiv unter der Billigkonkurrenz aus Fernost. Die rettende Idee hatten Anfang 1980 die beiden Ingenieure Jacques Müller und Elmar Mock, die zusammen mit Franz Sprecher die Pläne für die erste Swatch skizzierten.

Präsentiert wurde die erste Swatch schließlich in Zürich am 1. März 1983, machte die Uhr zu einem trendigen Modeaccessoire und trug nicht zuletzt zur Rettung der Schweizer Uhrenindustrie bei. Und nachdem sich die Unternehmen gegen die Billigkonkurrenz neu aufgestellt hatten, dauerte es nicht mehr lange, bis die Schweizer die Führung auf dem Weltmarkt erneut erobert hatten. Die Marke Swatch hatte das erste Kapitel einer faszinierenden Erfolgsgeschichte geschrieben. Denn bereits 1992 wurde die hundertmillionste Swatch produzierte. Gefeiert wurde dieser Meilenstein mit einer Lasershow von Jean Michel Jarre vor dem Matterhorn. 2006 wurde bereits die 333millionste Swatch produziert. Gefeiert wurde dieses Ereignis mit einem Event der Blue Man Group, einer großen Show, moderiert von Michelle Hunziger und einem finalen Feuerwerk auf dem Luganersee.

Neben der klassischen Swatch aus Plastik gibt es mittlerweile weitere Produktlinien. Etabliert hat sich beispielsweise die 1994 eingeführte Irony, die ein Gehäuse aus Metall besitzt, aber auch die Retrograde und die flache Skin. Immer am Puls der Zeit engagiert sich Swatch seit einigen Jahren stark für Trendsportarten wie Beachvolleyball oder Snowboard. Natürlich gibt es auch regelmäßig Uhren, die speziell für den Geschmack und die Bedürfnisse der Trendsportler zugeschnitten sind. Schon Mitte der 1990er Jahre wurde beispielsweise der elektronische Skipass in die Swatch integriert.

Bildquelle: Joujou / pixelio

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