Der Beruf Uhrmacher

27 Nov 10:00 am

Obwohl bereits 100 Jahre vor Christi Geburt die Profession der Uhrmacher entstand, werden die Vorläufer des europäischen Uhrenhandwerks auf das frühe Mittelalter datiert. Während christliche Mönche gemeinsam mit Schlossern, Kanonengießern und Schmieden maßgeblich an der Entwicklung dieses Kunsthandwerks beteiligt waren, entstanden Mitte des 16. Jahrhunderts die ersten Uhrmacherzünfte in Deutschland. Anfänglich waren diese Uhrmachervereinigungen mit der Innung der Kleinschmiede gekoppelt. Aus der Kunst der Uhrmacherei wurde ein Kunsthandwerk. Heutzutage gelten Uhrmacher als die Vorreiter der Feinmechanik.

Das Berufsbild des heutigen Uhrmachers umfasst mehrere Teilgebiete. Neben Reparatur, De- und Remontage sowie der Wartung von Uhrwerk und Gehäuse konstruieren Uhrmacher/innen neue Modelle auf Basis von technischen Zeichnungen. Fachverkäufer aus der Schmuckbranche und Mitarbeiter des technischen Kundendienstes gehören ebenfalls dieser Sparte an. In der industriellen Fertigung gelten Uhrmacher als Profis, die für die Qualität und den optimierten Produktionsablauf verantwortlich sind. Der Bereich der Wartung und Pflege wird den Rhabilleuren zugeschrieben. Restaurierungen meterhoher Turmuhren gehören ebenso zu diesem Tätigkeitsfeld wie der Batteriewechsel einer Armbanduhr. Furnituristen kümmern sich um den Ersatzteilhandel. Da Uhren z.T. für mehrere Millionen Euro zu kaufen sind, wird eine defekte Uhr nicht grundsätzlich weggeworfen. Ein einzelnes verschlissenes Zahnrad kann den komplizierten Mechanismus zum Erliegen bringen. Diese Fehler werden von Furnituristen aufgespürt und durch Ersatz des schadhaften Bauteiles ersetzt. Des Weiteren werden Mikrozeichner und Mikromechaniker in diesem Handwerk benötigt. Cadranograpghen (fertigen Zifferblätter an), Galvaniker/Galvaniseure (beschichten die Einzelteile der Uhren) und Polisseure (veredeln das Gehäuse bzw. die Bänder) arbeiten ebenfalls in diesem Metier.

Die Ausbildung zum Uhrmacher dauert in Deutschland drei Jahre und ist entweder als duale Ausbildung (Schule und Betrieb) oder als vollschulische Ausbildung möglich. Als Abschlusszeugnis wird bei Bestehen der Gesellenbrief erworben. In Österreich dauert die Lehre ein halbes Jahr länger und wird mit der Lehrabschlussprüfung beendet. Schweizer Azubis benötigen je nach Fachrichtung drei bis vier Jahre. Das eidgenössische Fähigkeitszeugnis erhalten Schweizer Lehrlinge nach bestandener Prüfung.

Bildquelle: Rainer Sturm / Pixelio

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