Faszination Zeit

03 Nov 10:00 am

Der Lauf der Zeit hat den Menschen seit jeher fasziniert. Schließlich gilt es als ein wesentliches Merkmal auf dem Weg vom Affen zum Menschen, wiederkehrende Ereignisse zu erkennen und die notwendigen Schlussfolgerungen daraus zu ziehen. Beispielsweise, in den Sommer- und Herbstmonaten, wenn die Natur ihre Fülle ergießt, nicht nur in den Tag hinein zu leben, sondern rechtzeitig Vorräte für die kargen Monate anzulegen.

Deshalb musste die Menschheit lange und beschwerliche Schritte unternehmen, um auf den heutigen Stand zu kommen, wo die Zeit bis auf Millionstelsekunden genau gemessen werden kann und eine Verspätung von mehr als 15 Minuten schon als extrem unhöflich gilt.Am Anfang stand die Sonnenuhr: Das Verstreichen der Zeit maß der Mensch der Antike anhand der Beobachtungen des Laufes der Gestirne wie Sonne und Mond. Markante Punkte waren der Sonnenauf- und -untergang, sowie der Höchststand um die Mittagszeit, mit denen der Verlauf des Tages gemessen wurde. Für längerfristige Beobachtungen diente der Mond, der seinen Status innerhalb eines Monats von Neumond zu Neumond wechselt.

Die ersten Uhren waren deshalb Sonnenuhren, die zumindest die Möglichkeit boten, Zeiträume wenigstens grob einschätzen zu können. Denn im Winterhalbjahr sind die Stunden des Tages kürzer als während des Sommers.

Schon im alten Ägypten wurden die Sonnen- oder Schattenuhren bald durch Wasseruhren ersetzt. Diese maßen das Verstreichen der Zeit anhand der Wassermenge, die in ein Gefäß hinein oder hinaus geflossen war. In der arabischen Welt, die in den ersten nachchristlichen Jahrhunderten eine wahre Blüte erlebte, was Naturwissenschaften und mathematische Berechnungen anging, wurden die ägyptischen Wasseruhren weiterentwickelt, während die Römer das Modell der Sonnenuhr in ihr Reich importierten und europaweit verbreiteten. Um die Zeit präziser messen zu können, etablierten sich hier zunächst Kerzenuhren, die mit einheitlichen Markierungen versehen waren, sodass das Verstreichen der Zeit nach der Brenndauer der Kerze gemessen werden konnte. Erst nach der ersten Jahrtausendwende läutete sich hier eine weitere Entwicklung ein.

Bildquelle: Gerd Altmann / Pixelio

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