Im Ruhlaer Uhrenmuseum wird die Geschichte der Uhr lebendig

09 Oct 10:00 am

Das kleine Städtchen Ruhla im Westen Thüringens und die Uhr sind seit 150 Jahren eng miteinander verbunden. Im Ruhlaer Uhrenmuseum wird die Geschichte der Uhr lebendig. Man erfährt viel Wissenswertes über den Uhrenbau in Ruhla. Auf etwa 200 Quadratmetern Fläche sind über 1.300 Uhren und 35 Automaten zu sehen. Zudem wird auf zahlreichen Schautafeln einerseits die Geschichte des Uhrenbaus in Ruhla wiedergegeben, andererseits werden mannigfaltige technische Details zu mechanischen Uhren vorgestellt. Das Museum ist für jeden geeignet. Ob Technikfreak, Uhrenliebhaber oder Geschichtsinteressierter, alle kommen auf ihre Kosten und am Ende kann man sich im angegliederten Werksverkauf gleich mit einer neuen Uhr ausstatten.

Das Angebot des Ruhlaer Uhrenwerkes ist groß

Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands spielte die Uhrenproduktion in Ruhla eine große Rolle. Sie war ein bedeutender Teil der Wirtschaftsgeschichte dieser Stadt. Heute wird zwar immer noch produziert, aber längst nicht mehr in einem so großen Rahmen, wie es vor 1990 der Fall war. In der Gegenwart besteht das Sortiment hauptsächlich aus klassischen Armbanduhren und Weckern. Vorher aber wurden auch Sonderformen wie Spielzeuguhren, Schachuhren, Chronographen und Jagdköderuhren gefertigt.

Das Uhrenmuseum ist übrigens leicht zu finden. Aus Richtung Eisenach kommend befindet sich der markante Klinkerbau als Teil des ehemaligen Uhrenwerkes unweit des Ortseingangs auf der rechten Seite. Das Gebäude wurde 1932 errichtet und ist sechs Stockwerke hoch. Die Uhrenfertigung in Ruhla erlangte ihre Bekanntheit durch die „Fearless“-Taschenuhr, die hier entwickelt und produziert wurde.

Die Gebrüder Thiel brachten die Uhr und Ruhla zusammen

Die Gebrüder Thiel gründeten 1862 ein Unternehmen für die Produktion von kleineren Metallartikeln wie zum Beispiel Pfeifenbeschläge. Im Jahre 1891 wurde die erste Ruhlaer Taschenuhr vorgestellt und fortan produziert. Allerdings verkaufte sie sich hauptsächlich im Ausland. Nach dem Zweiten Weltkrieg, während diesem man ausschließlich für die Rüstungsindustrie tätig war und Zeitzünder herstellte, erlebte das Unternehmen einen Aufschwung. Die Palette der Uhren wurde enorm erweitert, außerdem waren nunmehr auch Original aus dem Hause Thiel erhältlich.

Das Kaliber 24, welches bis 1987 in über 120 Millionen Uhren Verwendung fand, wurde in Ruhla entwickelt. Die weltweit einzige vollautomatische Fertigung begann im Jahre 1963. Die Entwicklung der dazu notwendigen Fertigungstechnik war gleichfalls den Ruhlaern zuzuschreiben. Nach der Wiedervereinigung splittete sich die Uhrenfertigung in Ruhla in viele kleine Unternehmen auf, aber noch heute sind Uhren aus Ruhla ein Begriff.

Bildquelle: Klicker / Pixelio

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