Le Locle: Hier schlägt das Uhrenherz

04 Feb 10:00 am

Le Locle im schweizer Kanton Neuenburg gilt als die Wiege der weltbekannten Uhrenindustrie des Alpenstaates. Denn als sich das beschauliche Bauerndorf zu Beginn des 18. Jahrhunderts allmählich zu einer modernen Industriegemeine entwickelte, war vor allem die Uhrenindustrie der treibende Motor, die sich ab 1705 hier ansiedelte.

Mehr als 250 Jahre lang dominierte die Uhrenindustrie die Wirtschaft des heute mehr als 10.000 Einwohner zählenden Ortes. Als die Branche Anfang der 1970er von der Krise geschüttelt wurde, die auf neue Technologien und der rasch wachsenden Konkurrenz aus Fernost zurückzuführen war, war Le Locle deshalb auch besonders davon betroffen.

Auch wenn die Wirtschaft nun auf breitere Beine gestellt ist, spielt die Uhrenindustrie nach wie vor eine große Rolle. Vor allem Luxushersteller wie Zenith, Zodiak, Ulysse Nardin, Certina, Tisso und Mido sind mitsamt ihren Zulieferbetrieben nach wie vor in Le Locle vertreten.

Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten des Ortes, der 2009 zum UNESCO-Welterbe erklärt wurde, gehört deshalb selbstverständlich auch ein Uhrenmuseum. Dieses zeigt sowohl Uhren als auch Automaten, die aus dem 16. bis 19. Jahrhundert stammen, und befindet sich in einem Herrenhaus, das gegen Ende des 18. Jahrhunderts errichtet wurde.

Geprägt wird das Stadtbild vor allem durch den schachbrettartigen Grundriss, der von Charles-Henri Junod entworfen wurde. Neben modernen Industrie- und Geschäftsbauten erleben die Besucher auch Wohnblöcke und typische Mietshäuser aus dem 19. Jahrhundert.

Das älteste Gebäude in der gesamten Region ist übrigens das Bauernhaus Bourdonnière aus dem 16. Jahrhundert. Sehenswert ist außerdem die reformierte Kirche, die ihr heutiges Aussehen einer Erweiterung aus dem 16. Jahrhundert verdankt, sowie das Rathaus, das um 1840 errichtet wurde und heute ein Gericht beherbergt. Menschliche Ansiedlungen konnten in dieser Region bereits aus dem sechsten vorchristlichen Jahrtausend nachgewiesen werden. Le Locle selbst dürfte Anfang des 12. Jahrhunderts gegründet worden sein, aber erst im 14. Jahrhundert setzte ein starkes Bevölkerungswachstum ein.

Bildquelle: Gereon Balzer/ Pixelio

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