So wurde die Schweiz zum Uhrenland

13 Nov 10:00 am

Als Uhren zu Beginn der Neuzeit zu einem begehrten Gut auch für eine größere Masse wurden, stellten vor allem Schmiede und Schlosser her. Erst ab der Mitte des 16. Jahrhunderts entwickelte sich der Beruf des Uhrmachers und die ersten Zünfte entstanden. Die älteste deutsche Zunft wurde 1540 in Dresden gegründet, waren allerdings noch mit den Schmieden vereinigt.Die ersten Zentren für diese junge Industrie waren in Frankreich Paris und Blois, in Deutschland Nürnberg und Augsburg. Aber auch im britischen London und im schweizerischen Genf etablierte sich diese Handwerkskunst schon relativ früh. Zu den herausragenden Uhrmachern jener Zeit gehörte beispielsweise Le Roy, der das Handwerk bereits in der fünften Generation ausgeübte und für das französische Königshaus Spezialanfertigungen herstellte. Insgesamt fertigte dieser herausragende Handwerker etwa 3.500 Uhren an, also pro Jahr mindestens doppelt so viele wie seine Zeitgenossen.

Während des 17. und 18. Jahrhunderts dominierte vor allem London dieses Handwerk. Jedoch legte man in der Schweiz im 19. Jahrhundert den Grundstein für den Ruhm, den die Uhren aus der Schweiz noch heute genießen: In Genf wurde ein Zentrum der Uhrmacherei gegründet. Nachdem die Hugenotten, französische Protestanten, wegen ihres Glaubens in Frankreich verfolgt wurden, wanderten von dort etwa 250.000 Menschen in die umliegenden protestantischen Länder aus.

Dem Zuzug der Hugenotten, die als begabte Handwerker galten, verdankte die Schweizer Uhrenindustrie die Tatsache, dass rasch Uhren maschinell hergestellt werden konnten. Es dauerte nicht allzu lange, bis die Schweizer Uhrenindustrie eine führende Position auf dem Weltmarkt erobert hatte. Vor allem das Unternehmen Patek Philippe setzte sich schnell an die Spitze. Diese Uhrenmanufaktur wurde 1839 gegründet und setzte durch die Entwicklung der Aufzugskrone eine wichtige technische Neuerung durch. Nun konnten die Kunden ihre Uhren mit einem Handgriff aufziehen oder die Zeit verstellen, falls das erforderlich war. Patek Philippe ist eines der letzten unabhängigen Uhrenunternehmen in Familienbesitz.

Bildquelle: Bärbel Jobst / Pixelio

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