Uhrmacherschulen in Deutschland

20 Feb 10:00 am

Die wichtigste Aufgabe der Uhrenschulen besteht darin, junge Menschen in die Kunst des Uhrmachens einzuführen. Insgesamt gibt es fünf entsprechende Einrichtungen in Deutschland: die Uhrmacherschulen in Furtwangen, in Glashütte, die hessische Uhrmacherschule, die staatliche Feintechnikschule und die Goldschmiedeschule mit Uhrmacherschule Pforzheim. In letzterer steht allerdings die Ausbildung von Goldschmieden im Vordergrund.

Die arme Region im Hoch-Schwarzwald sollte durch die Uhrmacherschule in Furtwangen unterstützt werden, die somit als älteste Uhrmacherschule in Deutschland gilt. Denn in der Region rund um Furtwangen arbeiteten zahlreiche Handwerker, aber auch Bauern, im Winter als Uhrmacher. Sie wollten damit ihr Gehalt aufbessern, weil sie mit dem kargen Ertrag des Landes nicht auskamen. Mit einer fundierten Ausbildung wollte die Regierung die Absatzchancen der Schwarzwälder Uhren steigern. Deshalb wurde der Ingenieur Robert Gerwig mit der Gründung der ersten Uhrmacherschule in Deutschland beauftragt.

Zwei Jahre, nachdem die Uhrenschule eröffnet wurde, legte Gerwig eine Lehrsammlung an. Für diesen Zweck sammelte er Uhren aus der ganzen Region. Diese bildete den Grundstock für das Deutsche Uhrenmuseum, in dem sich heute die größte Sammlung von Uhren in ganz Deutschland befindet.

Die Schwarzwälder Kuckucksuhr wie man sie heute kennt, wurde in dieser Schule entwickelt. Dafür schrieb der Schulgründer bereits 1850 einen Wettbewerb aus, der sich an die Künstler im gesamten Großherzogtum Baden richtete. Sie wurden aufgerufen, ein neues Gehäuse für die Kuckucksuhr zu entwickeln. Das Rennen machte der Entwurf des Architekten Friedrich Eisenlohr. Er lehnte diesen an die Pläne für die Bahnwärterhäuschen an.

Die Schule wurde Zug um Zug erweitert. So wurden bald auch Elektro- und Feinmechanik unterrichtet, in den 1920ern folgte die Funktechnik. Damit leistete die Schule einen wichtigen Beitrag für die Qualifizierung von Facharbeitern.

Nach dem Zweiten Weltkrieg teilte man die Schule in zwei Zweige auf: In der Fachhochschule wurden zunächst Ingenieure ausgebildet, während in der Berufsfachschule verschiedene wirtschaftliche und gewerbliche Zweige angeboten wurden.

Bildquelle: Julien Christ/ Pixelio

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