Vom Luxusgut zum Mode-Accessoire

09 Nov 7:44 am

Der lässige Blick auf das Handgelenk um zu erfahren, wie spät es ist, war noch vor wenigen Jahrzehnten keine Selbstverständlichkeit. Denn Uhren waren über Jahrhunderte hinweg ein absolutes Luxusgut. Die meisten Menschen waren darauf angewiesen, anhand des Sonnenstandes oder an anderen Zeichen der Natur abzuschätzen, wie spät es gerade in etwa war. Eine Uhr war etwas Besonderes und Wertvolles, das geschätzt wurde. Beispielsweise ist es noch heute Tradition, dass eine Uhr zu ganz besonderen und einschneidenden Ereignissen verschenkt wird. In den katholischen Regionen Deutschlands ist das die Firmung, in evangelischen Gebieten die Konfirmation. Traditionell schenkt der Pate seinem Schützling eine Uhr, die der Beschenkte in der Regel auch in Ehren hält und sein ganzes Leben lang besitzt.

Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden Uhren zu Produkten für die breite Masse. Moderne Quarzuhren machten die Armbanduhr auch für den einfachen Mann erschwinglich. Hinzu kam der Aufstieg der so genannten Tigerstaaten in Asien: Ihr Aufstieg begann damit, dass technische Produkte wie Uhren oder Fernseher kopiert wurden und dank der niedrigen Lohnkosten günstig auf den Markt geworfen werden konnten.

Dieser Angriff brachte die europäischen Uhrenhersteller wie Swatch Anfang der 80er Jahre schwer in die Bredouille, sodass diese auch neue Wege gehen mussten, um weiterhin auf dem Markt bestehen zu können. Dadurch ist die Uhr kein Luxusobjekt mehr geworden, sondern ein relativ preisgünstiges Accessoire für jede Gelegenheit.

Dem Uhrenträger kommt es dabei in der Regel gar nicht auf ein präzises Uhrwerk, sondern in erster Linie auf den guten Look an. Denn in erster Linie wird die Uhr danach ausgewählt, wie sie vom Design her zum Outfit passt. Und dank der modernen Technologie gibt es heute eine große Auswahl an zuverlässigen Uhren für den Alltag, die kein allzu großes Loch ins Budget reißen. Die Uhr ist zu einem modischen Begleiter für jede Gelegenheit geworden.

Bildquelle: sokaeiko /Pixelio

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