Warum gibt es Armbanduhren?

17 Nov 10:00 am

Von alten Fotos und Gemälden oder aus Filmen, die in vergangenen Zeiten spielen, ist die Uhrenkette, die sich über den Bauch spannt und zu einer Taschenuhr führt, die sicher in der Seitentasche der Weste verstaut ist, ein vertrautes Bild. Taschenuhren gelten heute eher als sentimentales Relikt aus der Zeit der Urgroßväter. Denn in den vergangenen Jahrzehnten haben Armbanduhren die Herzen der Uhrenfans erobert.Eine erste Armbanduhr wurde bereits 1886 von der Schweizer Uhrenmanufaktur Patek Philippe vorgestellt. Diese war jedoch eher als modisches Accessoire für die Dame gemacht. Den Anstoß für moderne Armbanduhren lieferte der Pilot Alberto Santos-Dumont. Denn dieser hatte den Uhrmacher Louis Cartier 1904 gebeten, eine Uhr zu entwickeln, die er auch während seiner Flüge sinnvoll nutzen konnte. Denn Armbanduhren erwiesen sich für den praktischen Einsatz im Cockpit als völlig untauglich. Cartier kam diesem Wunsch nach und entwarf eine praktische Herrenuhr.

Einen gewaltigen Popularitätsschub verbuchten Armbanduhren während des Ersten Weltkrieges. Denn weil sie auf dem Schlachtfeld sehr viel praktischer waren als Taschenuhren, wurden sie vor allem von Offizieren gern getragen. Denn vor allem die Waffengattungen der Artillerie und Infanterie waren auf zuverlässige Uhren angewiesen, da sie ihre Einsätze oft zeitlich aufeinander abstimmen mussten.

Speziell für den militärischen Einsatz wurde die Schützengrabenuhr entwickelt, bei welcher das Glas von einem metallischen Schutzgitter vor Bruch geschützt wurde.

Eine Erfindung, die Abraham-Louis Perrelet bereits 1770 gemacht hatte, setzte sich in den 1920er Jahren endgültig durch: Mit einer rotierenden Schwungmasse zogen sich die Uhren automatisch auf. Vorher brachte dieses Verfahren keinen praktischen Nutzen, weil die verbreiten Taschenuhren zu wenig bewegt wurden, als dass diese Erfindung funktioniert hätte. Nun ging es für die Uhrenbauer in erster Linie darum, Stöße, Erschütterungen oder relativ große Temperaturschwankungen auszugleichen, um auch für Armbanduhren eine möglichst lange Lebensdauer gewährleisten zu können. Dafür wird noch heute das 1931 entwickelte Incabloc System entwickelt, das Schläge in eine Bewegung umwandelt.

Bildquelle: Gaby Stein / Pixelio

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