Was ist ein Chronometer?

08 Feb 10:00 am

Besonders genaue Uhren, wie sie einst zur Navigation in Flugzeugen und auf Schiffen eingesetzt wurden, werden als Chronometer bezeichnet. Der Name setzt sich aus den griechischen Begriffen für Zeit und Maßstab zusammen. Heute werden Chronometer vor allem für Sammler und Liebhaber produziert. Auch wenn der Begriff in der Umgangssprache zu einem Synonym für genaue und qualitativ hochwertige Uhren verwendet wird, darf eine Uhr nur dann als Chronometer bezeichnet werden, wenn sie in einem standardisierten Messverfahren auf ihre Ganggenauigkeit geprüft wurde.

Als Pionier dieser Präzisionstechnologie gilt John Harris. Weil der geografische Längengrad, der zur exakten Positionsbestimmung auf hoher See gebraucht wurde, über Jahrhunderte hinweg nicht ermittelt werden konnte, hatte die englische Regierung ein hohes Preisgeld für die Lösung des Problems ausgeschrieben. Während sich alle anderen auf einen astronomischen Ansatz für die Problemlösung setzten, verfolgte Harris den Ansatz, eine möglichst genaue Uhr zu entwickeln. Nachdem er sich mehr als 20 Jahre lang darum bemüht hatte, setzte er sich schließlich durch.

Uhrmacher John Arnold entwickelte die Erfindung von Harris erfolgreich weiter. Marinechronometer wurden von Kriegsflotten bis weit nach dem Zweiten Weltkrieg eingesetzt. Erst Quarzuhren und schließlich moderne Technologien wie das satellitenbasierte GPS machen Chronometer zu nostalgischen Relikten.

Schweizer Uhren dürfen nur dann als Chronometer bezeichnet werden, wenn sie erfolgreich vom unabhängigen Observatorium COSC erfolgreich geprüft wurden und das entsprechende Zertifikat erhalten haben.

Seit September 2006 können Chronometer auch in Deutschland geprüft werden. Das Zertifikat stellt dann die Sternwarte Wempe aus, welche die Wempe KG, ein Schmuck- und Uhrenhändler, betreibt. Hinter diesem Projekt stehen außerdem das thüringer sowie das sächsische Landesamt für Mess- und Eichwesen. Bei mechanischen Armbanduhren gibt es keine Unterschiede zu den Kriterien, welche in der Schweiz gelten. Beide Länder legen nur bei Quarzuhren etwas unterschiedliche Maßstäbe an. Anders als in der Schweiz werden in der deutschen Prüfstelle außerdem komplett montierte Armbanduhren geprüft.

Bildquelle: Marianne J./ Pixelio

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