Was ist eine Fliegeruhr?

27 Jan 10:00 am

Schon seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts gehören Fliegeruhren zu den Flaggschiffen der Modellpalette von Uhrenherstellern. Sie wurden damals für die besonderen Ansprüche der Piloten entwickelt. Der Grund: Die Luftfahrt gehörte zu den modernsten Errungenschaften der Ingenieurskunst, an diesem Mythos wollten die Uhrenhersteller natürlich teilhaben. Sie stellten sich deshalb den Anspruch, höchste Präzision in einer Armbanduhr unterzubringen. Heute sind Fliegeruhren dagegen eher ein modisches Accessoire als technische Notwendigkeit.

Als Pionier der modernen Technik gilt der französische Hersteller Cartier, der 1906 eine Uhr für die Bedürfnisse von Piloten präsentierte. Weitere Hersteller folgten diesem Vorbild.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galten Armbanduhren noch als Accessoire, das hauptsächlich von Frauen getragen wurde. Die Offiziere der Artillerie und der Marine allerdings schätzten schon damals den schnellen Blick aufs Handgelenk, um die Zeit abzulesen. Mit der Erfindung von Fliegeruhren eroberten Armbanduhren auch die Herzen der Männerwelt.

Neben einem sehr präzisen Uhrwerk gehört zu den wesentlichen Merkmalen von einer Fliegeruhr, dass sie stoßfest und äußerst robust konstruiert waren. Das Zifferblatt war kontrastreich gestaltet und besaß meist selbstleuchtende Ziffern, sodass die Uhrzeit auch nachts perfekt abgelesen werden konnte.

Der Luftfahrt-Pionier Charles Lindbergh war maßgeblich an den Weiterentwicklungen der Fliegeruhren beteiligt. So gehörten beispielsweise Drehzifferblätter bald zum Standard, dank derer auch navigiert werden konnte. Auch extremen mechanischen und klimatischen Bedingungen mussten die Fliegeruhren standhalten können. Nach dem Ersten Weltkrieg waren Fliegeruhren allerdings nur noch als Ersatzsysteme gefragt. Denn inzwischen gehörte eine fest installierte Borduhr zur Ausstattung der Flugzeuge.

Ein technischer Standard, den Fliegeruhren erfüllen müssen, wurde 2012 vorgestellt. Entwickelt wurde dieser Standard von der FH Aachen, Fachbereich Luft- und Raumfahrttechnik, in Zusammenarbeit mit der Sinn Spezialuhren GmbH aus Frankfurt. Dieser Standard soll gewährleisten, dass alle Armbanduhren, die als Fliegeruhren firmieren, technischen Mindestanforderungen gerecht werden. Dazu gehört eine hohe Widerstandsfähigkeit ebenso wie die genaue Ablesbarkeit der Uhrzeit sowohl bei Tag als auch bei Nacht.

Bildquelle: crackofsunrise/ Pixelio

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